Vorgeschichte - Guerilla-Gardening

Noch vor 20 Jahren war die heute so schöne Wolfganggasse zu ebener Erde gar nicht grün. Sie war zwar eine Allee, aber unter den Bäumen gab es Rindenmulch, Erde und Hundekot, aber kein einziges Fleckerl Grün.

 

2007 beschloss ich, meine Wohnumgebung zu verschönern und legte ein kleines Beet an der Ecke Wolfganggasse/Tichtelgasse (vor Wolfganggasse 13) an. Viele der Nachbar:innen freuten sich über meine Intention, den brachliegenden Raum unter den Alleebäumen zu gestalten und bestärkten mich in meiner Idee. Manche waren besorgt ob der Illegalität meiner Tätigkeit als Guerilla-Gärtnerin. Einige nutzten ostentativ mein Beet als Hundezone und zum Glück nur wenige gruben von mir gesetzte Pflanzen wieder aus, um ihren Balkon zu begrünen. In den mittlerweile fast 20 Jahren meines Gärtnerns im öffentlichen Raum habe ich viel erlebt ;-)

 

Es gab Phasen, in denen es schwerfiel, durchzuhalten und glücklicherweise längere Phasen, in denen ich voll motiviert und engagiert war.

Der Anfang stand unter dem Stern des Kennenlernens: Viele Menschen, die ich davor noch nie gesehen hatte, blieben bei meinem Beet stehen und wechselten ein paar Worte mit mir. In den folgenden Jahren war es herausfordernder, der Reiz des Neuen war vorüber, der Boden war - unabhängig davon, wieviel Humus ich auch im Beet verteilte - noch immer schlecht und das Gießen mit der Gießkanne wurde immer anstrengender. Das Gefühl, alleine auf weiter Flur zu sein, wurde immer stärker und ich war nahe daran, meine gärtnerischen Ambitionen zu begraben. Just in diesem Moment bildete sich der Gartenverein in der Wolfganggasse und ich war auf's neue motiviert, gartelte weiter und bin sehr stolz, dass ich bis heute durchgehalten habe.

 

Da die Begrünung des öffentlichen Raums in der Wolfganggasse schon sehr früh begann, kann man sie durchaus als Vorreiterin für die Baumscheibenpatenschaften und "Garteln ums Eck" bezeichnen. Mittlerweile ist die Wolfganggasse Teil des Wiener Biodiversitätskorridors von Florian Etl, was mich persönlich besonders freut.